Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Review
Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Review
Von: Dagmar Götschl am 05.07.2009Zwei Jahre nach den Ereignissen auf der Blood-Edward-Insel des ersten Teils, sieht sich die Hauptprotagonistin Ashley erneut mit den rätselhaften Umständen um die Ermordung ihrer Mutter konfroniert.
Die Story
Die Geschichte spielt zwei Jahre nach dem DS-Spiel. Für alle, die den DS-Titel nicht kennen, wird die Geschichte Eingangs kurz erzählt. Damals war Ashley auf der Suche nach ihrem Vater, der als Wissenschaftler an einem streng geheimen Projekt, dem Another-Projekt, arbeitete. Während dieser Geschichte erinnerte sich Ashley Stück für Stück an die Nacht ihres 3. Geburtstages in der ihre Mutter ermordet wurde, die ebenfalls als Wissenschaftlerin an dem Another arbeitete, einem Gerät, welches zur Gedankenkontrolle und -manipulation benutzt werden sollte.
Ashleys Vater ist erneut als Wissenschaftler mit der Another-Forschung beschäftigt und lädt, nachdem er seine Tochter 6 Monate nicht mehr gesehen hat, Ashley zum Zelten an den Lake Juliet ein. Nur sehr widerwillig willigt Ashley ein und begibt sich auf die Reise zu ihrem Vater. Kaum angekommen, wird ihre Tasche gestohlen und ihr Vater ist auch nirgends zu sehen. Nach und nach lernt Ashley auf ihrem Weg verschieden Leute kennen, die ihr schließlich helfen, ihren Vater und den Zeltplatz zu finden. Schnell wird jedoch klar, dass das Verhältnis von Ashley zu ihrem Vater sehr angespannt ist, aber eine richtige Klärung des Problems findet vorerst nicht statt, da der Vater wegen eines Vorfalls zu seiner Arbeit gerufen wird. Ashley erhält nun Gelegenheit den Zeltplatz auf eigene Faust zu erforschen und erlangt dabei die Erkenntnis, dass sie vor 13 Jahren mit ihrer Mutter, kurz vor deren Ermordung, schon einmal am Lake Juliet war. Außerdem gilt es noch dem kleinen Ausreißer Matthew bei der Suche nach dessen vor 5 Jahren verschollenen Vater zu helfen.
Die Steuerung
In der Wii-Fortsetzung des DS-Hits wird die Hauptfigur stets von der Seite gesteuert. An Weggabelungen kann der weitere Weg entweder mit dem Digikreuz oder mit dem Wii-Pointer ausgewählt werden. Das genaue Inspizieren von Orten und einzelnen Objekten gestaltet sich ebenfalls sehr komfortabel durch die Pointer-Funktion.
Wieder dabei ist auch das DAS (Duales Another System), welches, wie im DS-Spiel, zum fotografieren, der Verwaltung des Inventars sowie zum Speichern eingesetzt wird und eine auffallende Ähnlichkeit mit dem DSi hat. Neu hinzu kommt noch die Mitteilungsfunktion, die es Ashleys Vater gestattet, jederzeit Kontakt mit ihr aufzunehmen. Schon bald erhält Ashley ferner noch das TAS (True Another System), welches nun wiederum starke Ähnlichkeit mit der Wii-Remote aufweist und Anfangs hauptsächlich zum Öffnen von mit Code-Schlössern verschlossenen Türen Einsatz findet.
Die Rätsel und Augaben im Spiel werden vom anfänglichen "Hebel runterdrücken" oder "Feuer anfächeln" stetig fordender. Auch die Geschichte gewinnt im Lauf des Spiels an Komplexität. Zwar werden auch in der Fortsetzung überflüssige Textpassagen eingesetzt, etwa wenn eine Tür verschlossen ist, muss man immer wieder lesen: "Diese Tür ist verschlossen", aber die meisten Dialoge sind flüssig und von den Figuren mit passenden Animationen versehen.
Allgemein sieht der "interaktive Roman" auf den großen Bildschirm des Fernsehers richtig gut aus, so dass man das Spiel eher als einen schönen Animationsfilm mit Selbstbeteiligung nennen könnte. Allerdings ist das Spiel nichts für Leute, die nicht gerne lesen. Von einer Stunde Spielzeit sind gut 30-40 Minuten Lesepassagen, immer wieder von erneuten Laufszenen und Rätseln unterbrochen. Wurde im DS-Spiel nur eine kleine Insel und hauptsächlich ein Gebäude erforscht, ist die neue Umgebung wesentlich weitläufiger. Ebenfalls wurden mehr Personen eingebaut, die zwar dem Spiel das beklemmende "Ich bin ganz allein-Gefühl" des ersten Teils nehmen, aber dafür auch wiederum mehr Abwechslung ins Spielgeschehen bringen.
Die Geschichte ist wieder in Kapitel unterteilt, eine Speicherung ist aber an jeder Stelle des Spiels möglich. Wenn dann wieder weitergespielt wird, erfolgt eine kurze Rückblende in Textform.
Fazit:
Insgesamt wird mit Another Code R eine bis ins kleinste Detail durchdachte Geschichte gekonnt präsentiert und inszeniert. Die musikalische Untermalung ist immer passend und niemals aufdringlich. Die Figuren sind sehr schön animiert und wirken wie kolorierte Zeichnungen vor wunderbar gemalten Hintergründen. Die im DS-Spiel bemängelte kurze Spielzeit wurde mehr als verdoppelt und auch die Geschichte vermag zu fesseln, allerdings ist der Handlungsbogen anfänglich etwas flach, steigert sich aber später stetig.
Another Code R ist ein sehr leseintensives, cleveres Adventure mit einigen richtig harten Rätselnüssen und liebevollen Charakter-Artworks. Eben das etwas andere Spiel oder besser: der ganz besondere interaktive Roman. Für alle Freunde des 1. Teils und lesebegeisterte Adventure-Fans eine dicke Empfehlung.
05.07.2009



