Xigmatek Midgard Midi Tower-Black Review
Von: Torsten Krieg am 09.07.2009Bisher trat Xigmatek eher als Hersteller von Cpu- und Grafikkartenkühlern in Erscheinung. Ob man auch in der Lage ist, für einen Verkaufspreis von lediglich 59,90€ ein gutes Gehäuse herzustellen, klärt sich im folgendem Test.
Das Gehäuse wurde uns freundlicherweise vom Online-Shop „Caseking“ zur Verfügung gestellt.
Preis: ca. 60 Euro
Shop: Caseking![[image]](http://www.zockon.de/media/images/banner/caseking.gif)
Daten:
Breite: 210mm
Höhe: 478mm
Tiefe: 510mm
Gewicht: 8,5 kg
Material: Stahl
Laufwerke:
5 x 5 ¼ Zoll extern (davon eins mit 3 ½ Zoll-Adapter)
5 x 3 ½ Zoll intern
Lüfter:
1x 120 mm (Front), 1x 120 mm (Rück)
1x 80 / 92 mm (Front, optional, statt 120 mm)
1x 80 / 92 mm (Rückseite, optional, statt 120 mm)
2x 120 / 140 mm (linkes Seitenteil, optional)
2x 120 / 140 mm (Deckel, optional)
1x 120 / 140 mm (Boden, optional)
Verarbeitung:
Auf die nähere Bedeutung des Namens „Midgard“ möchte ich hier nicht eingehen. Kennern der germanischen Mythologie und Fans von Rollenspielen wird er ein Begriff sein. Passend zum Namen ist das Gehäuse aus Stahl und präsentiert sich in einer wuchtigen Optik.
Die Lackierung ist tadellos, innen(!) wie außen. Nirgends stören scharfe Grate oder ähnliche Hinweise auf eine günstige Bauart. Alle Bauteile weisen eine hohe Fertigungspräzision auf, Spaltmaße und Passgenauigkeit sind einwandfrei.
Die Details lassen viel Planungsgeschick und Erfahrung vermuten, alles wirkt durchdacht.
Ausstattung:
Die vordere Gehäuseabdeckung lässt sich leicht und werkzeuglos demontieren. Interne und externe Laufwerksschächte, sowie die Steckplätze der Peripheriekarten sind mit Schnellverschlüssen ausgestattet.
Somit kann ohne Werkzeug ein- und ausgebaut werden.
Die internen Laufwerksschächte sind zusätzlich schwenkbar, was einer leichten Montage entgegenkommt.
Vorbei sind die Zeiten von abgeknickten Kabeln und dem Ausbauen von RAM-Riegeln, nur um eine zusätzliche Festplatte einzubauen.
Das integrierte Kabelmanagement verhindert allzu große Unordnung oder den Luftstrom störende Kabelwusten.
Etwas ungewöhnlich ist der Montageort für das Netzteil im Gehäuseboden, das bringt mehr Platz im oberen Bereich des Gehäuses.
In Zeiten der Quad-Core- und Sli-Systeme sind Wasserkühlungen längst keine Randerscheinungen mehr. Der frei gewordene Platz im Gehäusedeckel ließe sich beispielsweise mit einem „Dual-Radiator“ füllen und dies gänzlich ohne bauliche Veränderung des Gehäusedeckels, da dieser ja durchgängig luftdurchlässig konstruiert wurde.
Für extern verbaute Wasserbehälter, oder aber externe Radiatoren bestehen 4 Möglichkeiten der Schlauchdurchführung im Gehäuseheck.(2 davon sind auf der rechten Seite noch "ungeöffnet" zu sehen, Gummitüllen liegen dem Gehäuse bei)
Viele Lüfter, oder aber auch intern verbaute Pumpen neigen zum Vibrieren. Auch hier hat „Xigmatek“ vorgesorgt und das Gehäuse auf 4 vibrationsdämmende Füße gestellt. Auch das Netzteil wird auf eine vibrationsdämmende Schaumdichtung montiert.
Dem Gehäuse liegt bereits ab Werk eine Lüftersteuerung für bis zu 3 Lüfter bei, ein Ausstattungsmerkmal, was wohl sonst nur bei deutlich teureren Gehäusen zu finden ist. Somit kann man die Belüftungsstärke und somit auch die Lautstärke je nach Bedarf regeln.
Die üblichen Bedienelemente eines Gehäuses wie „An-/Aus-Schalter“ und „Reset“ befinden sich an der vorderen Seite des Gehäusedeckels. Dies kommt der leichten Bedienbarkeit am üblichen Standort eines Computers (unter dem Schreibtisch) zu gute.
Klassenüblich heutzutage der obligatorische Front-USB-Steckplatz, sowie Headset- und Mikrofonanschluss in der Gehäusefront. Nicht so verbreitet dagegen der noch recht junge eSata-Anschluss direkt daneben. Somit steht auch dem Anschluss der nächsten Generation von externen Festplatten nichts im Wege.
Belüftung:
Großteile des Gehäuses sind mit einer Meshstruktur luftdurchlässig gestaltet, hierzu zählen Gehäusedeckel und –front, sowie Teile der Seitenwände, sowie des Gehäusebodens.
Weiterhin hat sich „Xigmatek“ bei dem Konzept der Belüftung der physikalischen Logik bedient. Davon ausgehend, dass Wärme von unten nach oben steigt, bemühte man sich den natürlich Luftkreislauf (vorne unten kalte Luft hinein, hinten oben warme Luft heraus) zu optimieren.
So befindet sich unten in der Front vor den internen Laufwerksschächten ein bereits vorinstallierter 120mm-Lüfter. Zusätzlich dazu besteht die Möglichkeit im Gehäuseboden einen weiteren 120mm/140mm-Lüfter zu installieren. Für die Frischluft wäre damit gesorgt, die Abwärme sollte dann optimalerweise hinten oben herausgeführt werden. Hinten ist bereits ein 120mm-Lüfter installiert, im Gehäusedeckel lassen sich zusätzlich zwei 120mm/140mm-Lüfter einbauen.
Die stärksten Hitzequellen sind bekanntlich die CPU, sowie die Grafikkarte, hier hat Xigmatek an eine zusätzliche Wärmeminderung gedacht. Im linken Gehäuseseitenteil lassen sich 2 zusätzliche 120mm/140mm-Lüfter einsetzen, um Grafikkarte und CPU thermisch zu entlasten. Das Montageblech des Mainboards besitzt in Höhe der CPU eine Aussparung, zusätzlich befindet sich in der rechten Gehäusewand in selber Position eine Gitteröffnung. So können CPU und Mainboard an der hitzerelevantesten Stelle auch von „unten“ noch Kühlung beziehen.
Fazit:
„Xigmatek“ präsentiert mit dem „Midgard Midi-Tower“ erfolgreich ein technisch ausgereiftes, gut verarbeitetes und durchdachtes Gehäusekonzept.
Angesichts des günstigen Preises von etwa 60€ muss man auf einen leichteren Werkstoff wie Aluminium verzichten, das Gewicht fällt durch die großflächigen „Meshgitter“ allerdings geringer aus, als es die Ausstattung vermuten lässt. Dafür ist die Anfälligkeit zu störenden Vibrationen auch geringer, als bei leichteren Gehäusen. Bezüglich Preis-/Leistung liefert „Xigmatek“ ein hervorragendes Produkt mit einfallsreichen Detaillösungen.
09.07.2009




