Mit der Harmony-Serie bedient Logitech die multimediasüchtige Gesellschaft. Die vorhandene Produktpalette soll nun eine potente Weiterentwicklung erfahren, ob dies auch klappt soll der nachfolgende Test näher beleuchten.
Lieferumfang
Jeder Stecker, jeder Adapter einzeln verpackt, das mutet zunächst befremdlich umfangreich an für eine Fernbedienung. Hat man erst einmal alles ausgepackt und sortiert, kommen folgende Gerätschaften zum Vorschein:
Die Fernbedienung mitsamt Ladeschale und entsprechendem Netzteil, ein Funkempfänger (mit Netzteil) und 2 Infrarot-Verteiler, eine Installations-CD, sowie ein Handbuch.
Installation
Der Inbetriebnahme der Fernbedienung geht die Installation am heimischen Computer voran. Nach Installation der mitgelieferten Software werden alle zu steuernden Geräte mit genauer Bezeichnung aufgeführt. Dabei listet Logitech zur Zeit einen Datenbankbestand von über 225.000 Geräten. Mit von der Partie auch die üblichen „Schnäppchen-Marken“, so daß für jeden was dabei sein sollte.
Es folgt die Festlegung von einzelnen Profilen, hierzu unter dem Punkt „Funktionsumfang“ mehr.
Als letztes entscheidet man sich für einen Ort für die Ladeschale
und die Infrarotverteiler, die natürlich im Sichtbereich der jeweils zu steuernden Geräte stehen müssen.
Funktionen und Praxiserprobung
Die Harmony 900 bedient bis zu 15 verschiedene Geräte per Funk- oder Infrarotsignal. Die Funkreichweite beträgt laut Hersteller bis zu 30m, dabei spielen bauliche Hindernisse, wie Schränke oder Wände grundsätzlich keine Rolle. Im Praxistest waren bei Entfernungen von ca. 10m „Luftlinie“ über 2 Etagen keine Störungen feststellbar.
Die Einrichtung am PC klappte dann auch so weit problemlos, jedoch kann natürlich nicht jedes Gerät, das jemals gebaut wurde auch bedient werden, einige nur mit Einschränkungen, so war z.B. ein alter CD-Spieler nicht steuerbar. Bei anderen Geräten bestehen interessanterweise baulich Einschränkungen der Steuerung. Eine Sony Playstation 2 lässt sich grundsätzlich bedienen, jedoch nicht an- oder ausschalten. Die Nintendo Wii lässt sich dagegen gar nicht steuern, dies ist wohl baulich oder patentrechtlich nicht möglich, aber wer möchte schon mit einer 44-Tasten-Fernbedienung dieser Preisklasse Wii spielen?
Der Nutzung als Universalfernbedienung steht jedoch nichts entgegen, allerdings stellt sich die Frage, wer hierfür so viel Geld ausgeben würde. Was uns zu oben angesprochenem Punkt führt, den Profilen.
Profile gliedert man nach persönlichem Gustus und integriert dort so genannte „Makros“. „Makros“ kennen einige bereits z. B: aus der Logitech G-Serie, sie umschreiben die Zusammenfassung mehrerer Befehle innerhalb eines Kommandos.
Was heißt das nun in der Praxis für den Nutzer auf der Couch? Zunächst einmal Bequemlichkeit und Bedienkomfort. Er legt ein Profil an, zum Beispiel „DVD schauen“.
In der Software stellt man nun alle Befehle ein, die bei Eingabe des Profils „DVD schauen“ erfolgen sollen. Dies wäre dann etwa: Alle Geräte aus, TV an, Verstärker an, DVD-Player an, TV auf AV, Lautstärkeregelung über Verstärker.
Die „Couchpotatoe“ muß somit nicht mehr die 3 Fernbedienungen für den Fernseher, den DVD-Player und den Verstärker suchen und bedienen, es reicht die eine, die alles kann. Und dies sieht dann so aus, das auf Tastendruck die gewünschten Geräte eingeschaltet werden, die Tastenbelegung der Fernbedienung wird umgestellt. So verstellt der Lautstärkeregler der Fernbedienung zum Beispiel nicht mehr die Boxen des Fernsehgeräts, sondern regelt nun bei der DVD-Wiedergabe den Verstärkerpegel. Mit ein wenig Eingewöhnung ist man schnell am Ziel. Leider jedoch sind entgegen anderer Harmony-Modelle, wie der Harmony 885 zum Beispiel diese Makros nicht mehr genau zu programmieren. Beispielsweise eine manuelle Zeitverzögerung, oder mehrere Befehle innerhalb eines Bereichs, wie z.B. die automatische Pin-Eingabe einer Digital-Box und nachfolgender Senderwahl. Dies stellt für einige Nutzer schon einen Nachteil gegenüber dem älteren Modell dar (im übrigen mit Funkextendern aufrüstbar und dennoch günstiger).
Die Möglichkeiten der Bedienung sind mit intelligenter Aufrüstung beinahe grenzenlos, da sich mittlerweile ja selbst einzelne Mikrowellen, oder Backöfen fernsteuern lassen und selbst ein „Dimm-Profil“ für das automatische dimmen einer entsprechend ansteuerbaren Wohnzimmerbeleuchtung denkbar ist.
Ergonomie und Verarbeitung
Die Fernbedienung liegt angenehm griffig in der Hand, eine ergonomische Vertiefung begünstigt die sichere Bedienung der doch recht langen Ausführung. Die Tasten bieten „taktile Hilfen“, so dass sie auch im Dunkeln zu bedienen sind. Die Ablesbarkeit des etwas klein geratenen Displays geht in Ordnung, jedoch muss man oft „blättern“, bis die gewünschte Funktion auftaucht. Dagegen lässt sich ohne „PDA-Stift“ der Touchscreen treffsicher steuern.
Die Harmony-Reihe ist nicht neu und das merkt man auch am Feinschliff der Verarbeitung, alles wirkt wie aus einem Guss, Haptik und Optik sind tadellos.
Fazit:
Für Multimedia liebende Nutzer mit dem nötigen Kleingeld stellt die Investition in eine rund 400 euro teure Fernbedienung sicher kein Problem dar, immerhin können die optisch störenden Multimediakomponenten von nun an im Schrank versteckt bedient werden. Jedoch wünscht sich gerade dieser „Tausendsassa“ eventuell auch ein größeres Display (Harmony 1100 ?) und erweiterte Makrobefehle (Harmony 885/895 ?). Alle anderen bekommen mit der Harmony 1100 die extravagantere und mit den "alten" Harmony-Modellen die günstigere Lösung.
22.09.2009




