Lange ist es her, ziemlich genau 8 Jahre, als wir im Vorgänger von Mafia 2 in die Haut von Tommy Angelo hüpfen durften. Damals erinnerte die große, offene Welt an das Open-World-Vorbild GTA. Mafia spielte sich jedoch sehr linear, wurde aber auch durch seine tiefgehende Story und den super inszenierten Filmsequenzen berühmt. Ob Mafia 2 nun ebenfalls streng nach Drehbuch arbeitet und die Bühnenbauer ihre Arbeit richtig gemacht haben, erfahrt ihr in unserem Test.
Die Story beginnt im Winter 1945. Euer alter Ego Vito Scaletta wird im Krieg verwundet und bekommt Heimaturlaub in Empire Bay. Dort erfährt er, dass sein vor kurzem verstorbener Vater seiner Mutter und seiner Schwester einen Berg von Schulden hinterlassen hat. Als er sich mit seinem alten Freund Joe trifft, verspricht dieser ihm ein Attest, welches ihm vom Krieg befreien wird. So nimmt sich Vito als Ziel, die Schulden seines Vaters zu begleichen. Nachdem er es mit ehrlicher Arbeit bei Derek am Hafen der Stadt versucht, merkt er schnell, dass man so nicht an das große Geld kommen kann. Schnell rutscht Vito also auf die schiefe Bahn…
„Ehrliche Arbeit ist nur was für Idioten“
Getreu diesem Motto kämpft Vito sich also durch die streng lineare Storyline. Obwohl man bei 2K Czech Wert auf eine große, belebte Spielwelt gelegt hat, dient alles nur als Kulisse für die Story. Wenn man sich einfach mal zehn Minuten Zeit nimmt, um die Stadt zu erkunden, wird man sehr schnell merken, dass man dort kaum etwas machen kann. Die paar begehbaren Gebäude sind lediglich dazu da, um dort etwas zu kaufen oder die Kassen leer zu räumen. (Achtung Spoiler!) Etwas zu kaufen oder zusätzlich viel Geld zu verdienen hat sowieso wenig Sinn, da man im Laufe der Story mehrmals alles wieder verliert. Und nachdem die Story beendet ist, ist auch das Spiel beendet, also nichts mit anschließendem Rumcruisen oder Geldverdienen. Wer also glaubt, dass man hier ein GTA der 40er und 50er bekommt, der irrt sich. Stellt sich die Frage, ob diese große freie Stadt überhaupt nötig gewesen wäre? Wenn einem also keine große, freie Welt geboten wird, was dann?
Mafia II ist mehr ein Shooter, als ein Open-World-Titel. Schon der erste Teil war bekannt für seine Story und für seine filmreifen Zwischensequenzen. Auch dieses Mal sind die Sequenzen einzigartig und hinken den Filmklassikern á la „Der Pate“ oder „Scarface“ kaum hinterher. Die Kamera zeigt in Nahaufnahme gerne, was die Entwickler liebevoll geschaffen haben. In der Hinsicht wohl alles bestens, wäre die Story nicht so oberflächlich. Leider kann man ihr manchmal auch nur schwer folgen, da es ständig zu Zeitsprüngen in Vitos Leben kommt. Ständig lernt man neue Leute kennen, hat aber nie die Zeit, sich auch in diese neuen Charaktere hineinzuversetzen, mit ihnen zu fühlen.




