Tekken: Dark Resurrection Review
Von: Tobias Förster am 28.10.2006Playstation und Tekken, ein unzertrennliches Duo seit Stunde Eins. Vor nun schon mehr als 10 Jahren erblickte das erste Spiel dieser Serie das Licht der Welt, an Reiz jedoch hat die Tekken-Reihe bis heute kaum etwas verloren. Nach und nach mauserte sich Tekken zum non plus Ultra in Sachen Beat'em up für die Playstationgemeinde, und nun hat das Warten auf den virtuellen Schlagabtausch auch für PSP User ein Ende. Darf ich vorstellen… Tekken: Dark Resurrection.
Vorweg sei gesagt, dass es sich bei T:DR um eine an manchen Stellen abgespeckte, an vielen Stellen jedoch aufgemotzte, Version von Tekken 5 handelt. Schon wieder PS2-Game-Recycling der schlechten Art?... weit gefehlt, denn was hier auf der PSP umgesetzt wurde, ist durch die Bank weg gelungen. Der wohl größte Unterschied fällt gleich zu Beginn auf, denn im Gegensatz zu Tekken:5 sind auf der PSP von Beginn an alle Charakter auswählbar und müssen nicht erst freigespielt werden, ob das im Sinne der Zocker ist, bleib allerdings fraglich.
Wer bietet mehr...
Damit sind wir auch schon beim Thema, denn der Umfang des Spiels haut einen förmlich aus den Socken. Allein die 34 Charaktere zeigen, dass man hier richtig was geboten bekommt. Neben allen Kämpfern des PS2-Vorbilds haben es auch zwei Neuankömmlinge in die Tekkenwelt auf UMD geschafft: Lili, die nicht nur mit weiblichen Reizen sondern auch mit schnellen Kick-Kombos überzeugt, sowie der düstere Dragunov, ein sowjetischer Kommandant der keine Miene verzieht. Außerdem feiert Tekken-Veteran Eddy sein Comeback. Ebenso zahlreich gestalten sich die Spielmodi: Schnellkampf, Storymodus und Arcademodus dürfte jedem ein Begriff sein. Neu hinzugekommen ist der Tekken-Dojo Modus, in dem es darum geht auf einer Insel namens GORIN durch immer schwieriger werdende Kämpfe die verschieden Dojos der Insel durchzuspielen. Weiterhin gibt es den schon bekannten Angriffs Modus, in dem nach verschiedenen Regeln, wie z.B. Zeitangriff, Goldrausch oder Überleben gekämpft wird. Sehr schön ist auch der umfangreiche Trainingsmodus in dem Techniken und Bewegungen erlernt werden können um seine Fertigkeiten an den Tasten zu erweitern. Im Bonusspiele Menü gibt es außerdem noch den Befehlsangriff und das Tekken-Bowling. Und für wem das immer noch nicht genug sein sollte, gibt es jede Menge Rendering-Sequenzen und Kleidungsstücke der Charaktere freizuschalten.
Das Auge kämpft mit!
In grafischer Hinsicht stellt Tekken: Dark Resurrection eines der besten Spiele dieser Plattform dar und es macht sichtlich Spaß zu sehen, was da eigentlich geht. Ja, die PSP kann was, man muss nur wollen. Die Charaktere sind detailreich in Szene gesetzt und ihre Bewegungen wirken sehr flüssig und nur an wenigen Stellen etwas grob. Die interaktive Umgebung ist schön anzusehen, die zu Boden gehenden Kämpfer zerstören den Untergrund oder andere Gegenstände, was eine gewisse Einheit schafft. Ebenfalls sehr schön wirken Licht-, Hitze- und Staubeffekte, die dem Ganzen den letzten Schliff verpassen.
Kein Schlag wird überhört
Ich bevorzuge es die Hintergrundmelodien abzuschalten und die Soundeffekte sprechen zu lassen, was jedoch nicht heißen soll, dass die Musik nicht gut wäre. Meist sind es die Gitarrenklänge oder andere Melodien passend zum Thema, die den virtuellen Schlagabtausch untermalen. Die Kampfgeräusche passen und sind nicht zu übertrieben. Ebenso die Akustik der Umgebung.
Never change a running system
Altbewährt gestaltet sich die Steuerung von T:DR, wobei die Dreieck-, Kreis-, Viereck- und Kreuztaste wie schon in den früheren Teilen jeweils den Part eines Körperteils einnimmt. Schnelle Tastenkombos sind gefragt um den Gegner gekonnt in den Boden zu stampfen, von denen jeder Charakter neben den Standards auch ein persönliches Arsenal besitzt. Es lohnt sich auf jeden Fall diese zu beherrschen um den Kampf noch unberechenbarer zu machen. Was mich an Tekken leider immer gestört hat ist, dass es nie Konterattacken gab und wahrscheinlich auch nie geben wird, denn als bekennender Dead or Alive Fan weiß man zu schätzen, dass Kontern einen Kampf um ein Vielfaches interessanter gestalten können, das jedoch steht auf einem anderen Blatt. Bleibt am Ende nur noch zu sagen, dass Tekken natürlich auch Multiplayerfähig ist und man sich als Nicht-Besitzer des Spiels dank Gamesharing Modus vielleicht doch mal einen Kampf erhoffen kann, sofern man jemand kennt, dem es Spaß macht einem nichts ahnenden Neuling den Arsch zu versohlen.
Fazit:
WOW! Effekt auf ganzer Linie. Tekken überzeugt durch altebewährtes Gameplay, geniale Grafik und dicken Umfang für die Hosentasche. Ich als DOA Fan habe mich von Tekken: Dark Resurrection überraschenderweiße heftig mitreissen lassen und durch die vielen kleinen Extras, greift man auch immer regelmäßig zum kleinen Schwarzen um noch was freizuschalten oder einen Rekord zu knacken, - wirklich gute Langzeitmotivation. Klasse Beat'em up für Unterwegs falls man die Bahn mal wieder verpasst hat und was zum abreagieren sucht.
28.10.2006



