Viele werden bei Crysis behaupten, es sei ein Shooter wie jeder andere, mit toller Grafik, aber Grafik sei ja nicht alles, man ballert doch auch bei Crysis nur wie wild durch die Gegend und tötet einen Gegner nach dem anderen...
… Natürlich tut man das, es ist ja auch ein Shooter, bei Shootern ballert man eben „wie wild durch die Gegend und tötet einen Gegner nach dem anderen.“ Doch was hat Crysis, was andere Shooter nicht haben? Es hat das perfekte Rundumpaket, die tief greifende Atmosphäre, die realistische Physik, die wunderschöne Grafik. Genug geschwärmt, schauen wir uns das ganze doch mal im Detail an.
Mysteriöser Asteroid
Die Geschichte beginnt mit einem Asteroideneinschlag auf einer Inselkette in Nordkorea. Die Regierung sperrt sofort die gesamte Inselkette ab, um die Geheimnisse des Asteroiden für sich zu beanspruchen. Die Vereinigten Staaten reagieren mit der Aussendung eines Eliteteams der Delta Force Operators. Wider erwarten seid ihr ein Mitglied dieses Teams.
Zur Auswahl stehen euch 4 Schwierigkeitsgrade, welche euch bestimmte Optionen vorschreiben. Auf Leicht werden eure Gegner markiert, ihr könnt Fahrzeuggeschütze auch als Fahrer bedienen, ihr habt ein einfaches Fernglas und eure Gegner sprechen Deutsch. Auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad dagegen habt ihr kein Fadenkreuz und nur ein normales Visier für eure Waffen, Granaten werden nicht vorgewarnt und die Gegner sprechen koreanisch. Zusätzlich wird alles durch das freie Speichern vereinfacht, die typischen Frustmomente sind damit tabu.
Da Crysis in naher Zukunft spielt, verfügt das komplette Team über so genannte „Nano-Suites“. Diese Kampf-Anzüge bringen dem Tragenden einige tolle Fähigkeiten. So habt ihr die Wahl zwischen erhöhter Stärke, erhöhter Schnelligkeit, einem Schutzschild oder ihr könnt euch ganz einfach Unsichtbar machen. Da aber nichts umsonst ist, müsst ihr auch euren Anzug mit Energie bezahlen. So habt ihr im unteren Eck eine Energieanzeige, die euch verrät, wie lange euer Anzug die gewählte Funktion noch hält. Energie wird nur verbraucht, wenn ihr die Funktion auch einsetzt. Habt ihr zum Beispiel die Schnelligkeit gewählt, verringert sich die Energie nur, wenn ich Sprintet.
Euer zweiter Freund im Kampf gegen die KVA und den Aliens sind eure Waffen. Von der Handgranate bis zum Raketenwerfer ist alles dabei und lässt sich auch beliebig in Echtzeit modifizieren. Auf Knopfdruck wird das Waffenmenü geöffnet, wo ihr sämtliche Einstellungen für eure Waffe wählen könnt. So könnt ihr einige Waffen mit Schalldämpfer, Laservisier, Taschenlampe, Zieloptik, Granatwerfer, etc. erweitern. Was mit der jeweiligen Waffe alles möglich ist, hängt jedoch von der Waffe selbst ab, ein Granatwerfer an einem Scharfschützengewehr macht aber auch wenig Sinn.
Realistische Atmosphäre
Die Macher von Crysis haben sich in Sachen Atmosphäre richtig Mühe gegeben. Mit der CryEngine2 hat Entwickler Crysis neue Maßstäbe gesetzt. Da Bilder mehr als Worte sagen, verweise ich an dieser Stelle auf unseren Grafikvergleich:
Schnell fällt auch die dynamische Sonne auf, die realitätsgetreu umherkreist und wunderschöne Lichteffekte und Schattenspiele (vor allem auf dem Wasser) zaubert. Wer Crysis bereits unter Windows Vista betreibt und eine DirectX10 Grafikkarte besitzt, profitiert auch von den DX10 Effekten, aber auch mit DirectX9 sieht das Spiel schon richtig gut aus. Die saftige 5.1 Abmischung sorgt neben der Grafik ebenfalls häufig für die ein oder andere Gänsehaut. Zwischendurch überraschen tolle Zwischensequenzen in Spieloptik, welche die Story immer etwas antreiben sollen. Dort sollte man besonders auf die Gesichter der Protagonisten achten, welche eine liebevoll animierte Mimik zeigen.
Die realistische Physik des Titels rundet das Komplettpaket nun ab. Bei höheren Details kann man quasi ganze Dörfer dem Erdboden gleich machen. Grundsätzlich kann man in Crysis alles zerstören, was man sieht. Mit Kugeln durchsiebte Bäume knicken ab fallen zu Boden, Handgranaten lassen Häuser zusammenfallen und selbst mit der bloßen Hand, kann man Wände einhauen.
Land, Wasser und Luft
Wie oben bereits erwähnt, ist das Missionsdesign nicht sonderlich abwechslungsreich. Aber es handelt sich ja um ein Shooter, was man davon hält, sollte aber jeder für sich entscheiden. Tatsache ist, dass man von Punkt A zu Punkt B geht, von dort dann weiter zu Punkt C. An jedem Punkt warten ein paar fiese Gegner auf euch. Die KI verfolgt euch und schmeißt sogar öfters mal eine Granate. Negativ ist uns dabei aufgefallen, dass Schüsse aus höherer Entfernung die Soldaten nur aufscheuchen und diese dann nur hin- und herlaufen, statt in Deckung zu gehen. Dabei stellt man auch sehr schnell fest, dass man aus einer solchen Entfernung locker ein ganzes Magazin benötigt, um einen Gegner zu töten. Wenn man nicht direkt den Kopf trifft, dauert es eine Weile, um einen Gegner niederzustrecken, ärgerlich, da ein Gegner nie alleine unterwegs ist.
Zur schnelleren Bewältigung von längeren Strecken, könnt ihr sämtliche Fahrzeuge benutzen, die ihr findet. Vom Boot, über Panzer bis zum Hubschrauber kann alles gefahren und geflogen werden. Natürlich hat man auch bei den Fahrzeugen auf die Details geachtet: Mit einem Schuss auf die Reifen, kann man diesen zerstören. Die Scheiben können eingeschossen werden (Gegner auch durch die Scheibe), und mit einem gezielten Schuss auf den Tank, kann man das ganze Fahrzeug in Brand setzen, was letztendlich zur Explosion führt.
Neben dem umfangreichen Einzelspielerpart steht natürlich auch ein Multiplayerpart bereit. Hier könnt ihr mit bis zu 32 Spielern im „Instantaction“ und „Powerstruggle“-Modi zocken. Ersteres ist ein normales Deathmatch, im Powerstruggle-Modi hingegen sind Strategie und Feuerkraft entscheidend. Hier entwickelt man neue Waffen, entdeckt und entwickelt außerirdische Technologien und muss das feindliche Hauptquartier zerstören.
Fazit:
Auch wenn Crysis sich vom Gameplay her nicht von anderen Shootern abhebt, die Atmosphäre und der Tiefgang tun es, und das macht die Spitzenklasse der Shooter aus. Man ist ab der ersten Minute versunken, versunken im schönsten Spiel was die Spieleschmieden dieses Jahr auf den Markt gebracht haben. Das offene Ende wurde mittlerweile damit erklärt, dass Crysis von Anfang an als Trilogie geplant ist und wir uns auf zwei weitere Teile freuen dürfen. Bis dahin geben wir für den ersten schon mal unsere absolute Kaufempfehlung!
02.12.2007




