Call of Duty 4: Modern Warfare Review
Von: Heiko Schultheiss am 11.12.2007Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Diesen Spruch hörten wir in letzter Zeit sehr oft, wenn es um neue Kriegs-Shooter ging. Jetzt ist es endlich so weit, endlich kommt eine Fortsetzung von Call of Duty auch auf den PC. Denn PC Besitzer kamen nicht in den Genuss von CoD3. Doch jetzt hat Activison endlich Verständnis gezeigt und liefert uns den neuen Shooter: "Call of Duty 4 – Modern Warfare".
Wie der Titel bereits vermuten lässt, wartet nun kein Shooter in Weltkriegs-Manier auf uns, sondern der besagte "Moderner Krieg - Moderne Kriegsführung" was uns und euch im Game erwartet und ob CoD4 das Zeug zum Top-Titel hat, erfahrt ihr im folgenden Review.
Einleitung
Da es dieses mal nicht um den Zweiten Weltkrieg geht, bekommen wir auch eine komplett neue Story zu hören. Jetzt können die Entwickler ihren Gedanken freien lauf lassen und das merkt man auch.
Es dreht sich um den Top Terroristen Al Asad der einen verheerenden Nuklearschlag plant. Doch diesen gilt es zu verhindern. Ihr übernehmt diese Aufgabe als Spezialeinheit der Marines oder als Britischer S.A.S - Soldat.
Während ihr die ein oder andere "Nebenaufgabe" in Russland meistert - erfahrt ihr mehr über die Story in dem Ihr die Position anderer Personen einnehmt und einige Videos zu sehen bekommt.
Doch zu viel möchten wir an dieser Stelle nicht verraten, denn die Story hat es in sich!
Durch den Wechsel zwischen S.A.S und Marine erwarten euch viele verschiedene Schauplätze wie verlassen Landschaften in Russland und Häuserkämpfe im nahen Osten.
Da wir oft an unterschiedlichen Plätzen unser bestes geben, fällt es einem manchmal schwer dem Spielverlauf zu folgen. Allerdings bekommt man dadurch immer eine menge Schub an Spielspaß. Ein weiterer Nachteil dieser Neuerung, ihr habt innerhalb kurzer Zeit zwei verschiedene "Persönlichkeiten" was für ein wenig Verwirrung sorgen kann.
Trotzdem wirkt sich das Ganze auch positiv auf das Spielgeschehen aus, denn im Gegensatz zum Vorgänger muss nun nicht eine Kampagne nach der anderen durchgespielt werden.
Gameplay
Das wichtigste, neben einer guten Story, ist natürlich das Gameplay. Wer sich damals bei Call of Duty 2 zu Recht fand hat auch hier wieder keine Probleme. Prinzipiell hat sich nichts geändert. Doch es kamen einige Neuerungen hinzu, so könnt ihr euch nun nicht nur stehend, geduckt und liegend vorwärts bewegen, sondern könnt nun auch eine gewisse Zeit sprinten.
Springen und klettern, über kleine Hindernisse, ist auch wieder ohne Probleme und mit Leichtigkeit zu bewältigen. Auch wenn man sich manchmal wundert, warum euer anderes ich nicht über ein kleines Balkon Geländer klettern kann.
Zu beginn des Spiels findet ihr ein wirklich, gutes und neues Tutorial. So werdet ihr kurz in die Waffenführung eingelernt und in die Nahkampfattacken. Danach beginnt ein kleiner Wettkampf um die Zeit. Je nach dem wie schnell ihr den vorgegebenen Parcours meistert bekommt ihr eine Schwierigkeitsstufe empfohlen. In unserem Falle war dies die zweite Stufe - Soldat.
Solltet ihr aber dennoch von euch überzeugt sein und die empfohlene Stufe zu schwach finden, ist es kein Problem eine höhere oder niedrigere zu wählen.
Der Spielverlauf an sich ist zu 90% komplett vorgegeben. Sprich der Spielverlauf ist ziemlich linear und ihr könnt nicht aus verschiedenen Wegen wählen. In manchen Missionen ist es zwar möglich einen geringfügig anderen Weg einzuschlagen als die Kameraden. Dieser endet aber in den meisten Fällen tödlich oder in einer Sackgasse. Ihr seid in den häufigsten Situationen gut beraten, wenn ihr euren Kameraden folgt.
Das Spielgeschehen mit den Bot-Kameraden hat zwei Seiten. Einmal kann es passieren, dass sie keinen Gegner mehr am leben lassen und zum Anderen versuchen sie durch Wände und Bäume zu laufen.
Wie in manchen anderen Spielen desselben Genres ist es nicht möglich euren Verbündeten Befehle oder ähnliches zu zuweisen. Ich persönlich kann darauf gut verzichten, denn meiner Meinung wirken so die Spiele sehr überladen und man verliert den Überblick.
Doch dass muss jeder für sich entscheiden.
Waffen und Co.
Während in Call of Duty 2 jede Waffe nur einen Feuermodus besaß, haben wir nun die Möglichkeiten unsere Waffen zu erweitern oder aber eine "Spezialwaffe" einzusetzen.
Durch drücken der gewünschten Taste wechselt man z.B. auf einen, am Gewehr montierten Granatenwerfer. Sollte eine Waffe über diese Option nicht verfügen, so haben diese, andere Vorzüge. Eine Schrotflinte z.B. wird durch einen zusätzlichen Griff präziser. Neben den bekannten Hand- und Rauchgranaten finden wir jetzt auch Blendgranaten in unserem Arsenal. Doch damit nicht genug, das Waffenarsenal ist um weiten angewachsen. Wir finden viele Waffen in fünf verschiedenen Kategorien - Sturmgewehre, Maschinenpistolen, leichte MGs, Schrotflinten und Scharfschützengewehre. Alle Waffen haben natürlich wieder ihre Vor und Nachteile, die ihr am besten selbst herraus findet.
In den meist recht großen Arealen findet ihr normalerweise mehr als genug Waffen und Munition.
Auch dürft ihr wieder Hand an montierten MGs anlegen und die Gegner mit unendlicher Munition vertreiben.
Auch wenn euch manchmal Feinde entgegen kommen, bei denen man meinen könnte er hab ein solches MG demontiert.
Ohne zu viel zu verraten, könnt ihr in einer der ersten Missionen sogar aus einem Flugzeug ballern was das Zeug hält.
Solche Innovationen und deren Umsetzung machen das Waffenarsenal in Call of Duty 4 zu einem besonderen Anreiz.
Sound und Kulisse
Im kompletten Spiel ist der Sound eigentlich nebensächlich es gibt derart tolle Schauplätze die einen oft staunen lassen. Ein kleiner Schusswechsel in einem TV-Studio gehört ebenso mit dazu, wie die offenen Graslandschaften Russlands. An für sich ist der Sound und die Musikhinterlegung im Spiel ganz ok aber kein Hit-Gigant, denn manche Waffen haben unserer Meinung einen zu schwachen klang. Die Dragunov klingt im Spiel schon fast lieblich wie eine klein kaliberige Pistole.
Doch alles in allem eine gute Umsetzung der Töne zum Game.
Mehrspielermodus
Kommen wir nun zu einem Bereich den Call of Duty 2 schon gut abgedeckt hatte, der Mehrspielermodus. In CoD4 begegnen wir einem sehr ungewohnten, neuen Modus. So beginnt man, ähnlich wie in einem Rollenspiel, bei Level 1 und muss sich weiter hoch arbeiten. Je höher ihr in eurer Karriere steigt umso mehr Waffen schaltet ihr frei. Im Multiplayer ist es nun auch möglich zusätzliche Attribute anzunehmen, als Beispiel "verstärkte Schusskraft" wenn ihr diese Option gewählt habt, richten eure Schüsse mehr Schaden an.
Zugegeben, mit diesen Neuerungen mussten auch wir uns erstmal anfreunden, denn durch die Möglichkeit länger am leben zu bleiben, wird das ganze doch etwas komisch.
An sich ist dieses Update gelungen und konnte uns überzeugen. Aber selbst wenn es sich hier um "Modern Warfare" handelt, habe ich noch nicht gesehen, dass jemand mit einer Halbautomatik und dem Bonus "Doppelschuss" eine halbe MG hat.
Aber aus der Sicht des Spielgeschehens eine super Idee.
Doch damit nicht genug, wer sich aufregt, wenn er jemanden mehrere male getroffen hat, ein andere den finalen Schuss setzt und den Kill einheimst, wird jetzt entschädigt. Es gibt so genante "Assis" solltet ihr jemanden treffen der kurz darauf von einem anderen Gamer getötet wird, bekommt ihr je nach Spielmodus zusätzliche Punkte. Wie erwähnt gibt es wieder einige verschiedene Modi: Deathmatch, Team Deathmatch, Search & Destroy… In den verschiedenen Kategorien bekommt Ihr pro Abschuss unterschiedliche Erfahrungspunkte. Diese werden euch angerechnet, damit ihr aufsteigen könnt.
Die Köpfe des Spiels haben euch zusätzliche Herausforderungen gestellt, die es zu meistern gilt. Durch das Abschließen dieser, bekommt Ihr weitere EP. Wer schließlich Level 55 erreicht hat ist am Ende angekommen und kann nun, sofern dies nicht schon geschehen ist, seine Waffen erweitern. Man bekommt durch "Volltreffer" und "Abschüsse" Waffenzusätze wie Granatenwerfer, Griffe, Laserpointer oder Schalldämpfer. Bei "Volltreffern" schaltet ihr z.B. Rote-Tiegerstreifen-Tarnungen für eure Waffen frei, ihr habt davon zwar nicht wirklich einen Vorteil, doch die anderen erkennen den guten Schützen in euch.
Fazit:
Mir hat das Spiel im Großen und Ganzen sehr viel Spaß gemacht, doch am meisten kann CoD4 wieder im Multiplayer punkten, auch wenn dieser etwas ausgefallener ist als gewohnt. Im Einzelspieler kommen die tollen Effekte, Schauplätze und Waffen sehr gut rüber. Die einzige Schwäche hat das Spiel in Sachen Sound - welcher nicht immer den besten Klang zu zeigen hat.
Für alle CoD Fans ein Muss und für alle die auf was neues stehen eine klare Kaufempfehlung.
11.12.2007




