Hailea HC-500A Aquachiller Review
Von: Heiko Schultheiss am 17.02.2008Was tun, wenn die Luft nicht mehr genügend Kühlt? Richtig eine Wasserkühlung muss her!
Nach stunden- bzw. tagelangem übertakten stellt man nun fest, man möchte es noch kälter.
Was also nun?
Wie wäre es mit einem Durchlaufkühler? Und genau solch ein Gerät haben wir heute für euch im Test.
In erster Linie geht unser Dank an Aquatuning, die uns den Hailea HC-500A zur Verfügung gestellt haben.
Was ist drin im schweren Paket?
Geliefert wird der Durchlaufkühler, auch Chiller genannt, in einem Spezial-Karton von Aquatuning. In ihm befinden sich der rund 22Kg schwere Chiller, das nötige Anschlussmaterial und eine Bedienungsanleitung.
Technische Daten:
Leistung Kompressor: 1/2 PS
Stromaufnahme: 375 Watt
Kältleistung: 790 Watt (geeignet für extrem Übertakten und Extremcooling)
Empfohlener Wasserdurchlauf: 1200-3000l/h
Gewicht: 22Kg
Kältemittel: R 134 A
Abmessungen: 475x360x490mm (LxBxH)
Wärmetauscher: Titan
Temperaturregler: Digitale Ablesegenauigkeit 0,1°C, Sollwerteinstellung in 1°C Schritten
Tiefsttemperatur: 4 °C
Die Chiller von Hailea werden bei Aquatuning in drei verschiedenen Versionen angeboten:
- Hailea Ultra 300 – 265 Watt
- Hailea Ultra 500 – 395 Watt
- Hailea Ultra 1500 – 790 Watt
Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Version man wählen sollte, doch auch hier ist Aquatuning sehr entgegenkommend und stellt eine passende Tabelle bereit:
CPU: 80 (normal) bis 150W (übertaktet)
GPU: 20 (kleine Karten) bis 150W (aktuelle Modelle z.B. 8800)
MB: 10 bis 20W pro Komponente
Was ist den überhaupt ein Durchlaufkühler?
Das Funktionsprinzip ist schnell erklärt.
Der Chiller verfügt über eine interne Kompressorkühlung. Diese verfügt über einen internen Kreislauf, der mit speziellem Kühlmittel befüllt ist. Der Kompressor komprimiert nun das flüssige Kühlmittel und "presst" es durch den Verdampfer. Hier wird die Flüssigkeit nun Gasförmig und genau hier entsteht die Kühlleistung. Wer schon mal eine Gasflasche geöffnet hat, hat sicher bemerkt, dass sich am Verschluss Eis bildet. Dieses "Phänomen" nennt man Expansions-Kälte. Beim Übergang von Flüssig in Gas bildet sich ein enormer kälte Unterschied welchen wir uns hier zu nutze machen. Je nach Kühlmittel kann nun noch mehr "Expansions-Kälte" erzeugt werden. Durch den Verflüssiger kühlt sich das Mittel nun langsam wieder ab und der Kreislauf beginnt von Vorn.
Über die interne Regelung kann eingestellt werden, ab wann der Kompressor anspringt.
Der Verflüssiger
Kompressor und Verdampfer
Anwendung:
Die Durchlaufkühler wurden in erster Linie dazu konzipiert, in Aquarien die Temperatur konstant zu halten. Damit die Fische darin auch weiterhin ein schönes Leben haben :P
Hierbei werden die Temperaturen meist um 20 Grad gehalten bzw. kurz unter Raumtemperatur. Dadurch besteht keine Gefahr von Kondenswasser und selbst wenn, wäre es in der Aquarientechnik auch nicht so schlimm.
Da wir den Chiller allerdings in unseren PC-Wasserkühlungskreislauf einbinden wollen gilt es zu beachten, dass es durch die großen Temp. Unterschiede zur Tröpfchenbildung kommen kann. Das benötigte Isoliermaterial für die Schläuche ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wobei die Fische müssten auch ganz schön "rasen" um das Wasser zum Kochen zu bringen.
Allerdings bietet Aquatuning das passende Zubehör im Shop, wer das Geld nicht ausgeben möchte lässt die Temperatur einfach kurz unter Raumtemperatur und verhindert somit das Kondenswasser.
Um die einwandfreie Funktion des Chillers zu gewährleisten sollte eine Pumpe mit einem Durchlauf von 1200-3000 Liter in der Stunde gewählt werden. Verheerende Folgen könnte eine zu niedrige Temperatur, bei einer zu geringen Pumpleistung haben:
Durch den zu geringen Durchlauf wird das Wasser im Chiller extrem gekühlt und kann bei einer Einstellung von ca. 3 Grad gefrieren – die Folgen kann man sich selbst ausmalen.
Um den Durchlaufkühler in einen bestehenden Kühlkreislauf einzubinden benötigt man noch die passenden Adapter für die Anschlüsse. Auch diese werden bei Aquatuning angeboten.
Die bereits im Lieferumfang enthaltenen Anschlüsse sind für Schlauch mit einem Durchmesser von 1 Zoll geeignet (innen 19-20 mm).
Wir bekamen zum Test Adapter für ¼ Zoll Gewinde um Anschlüsse für Schlauch mit 8mm Innendurchmesser verwenden zu können. Wir wählten für den Test einen doppelwandigen Schlauch um Kondenswasser aufzufangen.
Das Testsystem:
Der Durchlaufkühler soll einen Q6600, zwei HD2900XT und das Gigabyte X38-DQ6 auf Temperatur halten.
Der Chiller wird wie ein normaler Radiator in das System eingebunden und befüllt. Nach dem ersten einschalten steht die Solltemperatur auf Maximum von +28°C.
Wir begannen das System langsam, ohne übertakten, auf 20°C runter zu kühlen, da nach dem Start des PCs das Wasser nicht schlagartig auf 20 Grad erwärmt wird, dauerte es eine ganze Weile bis der Kompressor zum ersten Mal ansprang.
Die Geräuschkulisse die dabei entstehet ist nicht gerade als Angenehm zu bezeichnen.
Bei unserem Testaufbau war das jedoch kein Problem. Wer plant, den Hailea dauerhaft laufen zu lassen sollte ihn im Nebenzimmer platzieren.
Der Kompressor schaltet, bei der Überschreitung der Solltemperatur von einem Grad automatisch ein und bei einer Unterschreitung, von ebenfalls einem Grad, wieder ab.
Die Vorteile:
Eins muss man vorab sagen, ein Chiller ist nicht wirklich notwendig für den Normalo-User.
Nach dem sich so langsam erst die Wasserkühlung unter den Enthusiasten normalisiert ist der Chiller, auch auf Grund seiner Kosten, etwas Besonderes.
Durch die niedrigen Temperaturen ist die Hardware erstens großzügiger beim Übertakten und zweitens kommt man durch die "coolnes" weiter nach oben.
So kann es unter anderem sein, dass man vorher mit Standard Vcore die CPU bis 2,8 GHz bekommen hat. Alles was weiter nach oben sollte musste mit einer erhöhten Vcore bewältigt werden. Wenn man nun glück hat kann es sein, dass die CPU dank niedriger Temperaturen auch die 2,9 bzw. 3 GHz ohne Erhöhung schaff (Beispiel).
Viele Übertaktungsversuche scheitern wegen der zu hohen Abwärme. Hier bringt der Durchlaufkühler direkt zwei Vorteile mit sich.
Da die Temperaturen ohnehin schon niedriger sind kann man die Vcore ruhig ein wenig erhöhen und merkt davon nichts an Temp und co.
Durch mehr Vcore haben wir natürlich mehr Spielraum auf einen höheren, stabilen Takt.
Temperaturverläufe:
Die Solltemperatur war bei allen Tests auf 20 Grad eingestellt – ich wählte diesen Wert absichtlich, da diese wohl von jedem ohne Isolation der Schläuche bzw. des Boards erreicht werden können.
Die Messungen begannen vor der Lastphase – Die Garfikkarten wurden mit 3DMark06 an die Grenzen gebracht, neun Durchläufe ohne CPU Bench auf Standard.
Die CPU wurde in einer 60-minütigen Prime95 Phase "gestresst". Die Temperaturwerte entstammen den Programmen coreTemp 0.94 (CPU) und dem Catalyst Controll Center.
Das Messgerät, welches die Wassertemp. gemessen hat, zeigte +/- 2 Grad die eingestellte Temperatur an. Natürlich kommen hier noch Messwerttolleranzen usw. hinzu.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Chiller die Temperaturen um ein vielfaches verringern konnte. Der Abstand zwischen Soll- und Istwert erklärt sich wie folgt:
Der Chiller misst die Temperatur des Wassers und nicht die der Komponenten so "denkt" der Chiller er hat sein Soll erfüllt und schaltet ab. Dabei ist die CPU gerade noch bei 30 Grad, während das Wasser allerdings die gewünschten Temperaturen hat.
Nun zum Fazit
Fazit:
Der Hailea HC-500A verrichtet seine Arbeit sauber und macht keine Probleme beim installieren. Die eingestellten Temperaturen werden weitestgehend gut erreicht und sorgen für viel Freiraum für die nächste Takt-Session.
Einzig der Kompressor und der 230V-Lüfter "dämpfen" das ganze Bild etwas, durch deren Lautstärke.
Der Preis von rund 399 Euro entspricht fast dem einer kompletten Wasserkühlung, dafür aber mit Overclocking Garantie! Somit können wir sagen, es handelt sich um ein anständiges Preis-Leistungsverhältnis.
17.02.2008




