Ein jeder kennt es – laute Lüfter... Gerne würde man sich leise Lüfter kaufen, doch was, wenn die Leistung benötigt wird? Dann führt kein Weg an einer Lüftersteuerung vorbei, mit der die Lüfter mit variabler Spannung versorgt werden, um die Lautstärke individuell an die benötigte Leistung anpassen zu können. Aus diesem Grund testen wir für euch die neueste Steuerung aus dem Hause Scythe, genannt Kaze Master!
Wir bedanken uns bei Scythe EU für die Bereitstellung des Testmusters!
Verpackung
Die Steuerung kommt in einem schwarzen Pappkarton. Aufgedruckt sind unter anderem die wichtigsten Features, die Spezifikationen und die Platine mit einer kleinen Erklärung der für den Anwender relevanten Stellen.
Spezifikationen
- Seriennummer: KM01-BK
- vier Lüfterkanäle (jeweils maximal 1A)
- vier Sensoren
- VF-Display
- 3,7-12V Regelbereich
- Alarmfunktion
- Maße: 148,5x42,5x63mm (BxHxT)
- 0~100°C Betriebstemperatur
- 165g Gewicht
Für die silberne Variante lautet die Seriennnummer KM01-SL, bei den 3,5"-Versionen wird das Kürzel "-3.5" angehängt.
Lieferumfang & Montage
Mitgeliefert wird:
- Kaze Master
- sechs Temperatursensoren (ca. 70 cm)
- vier Lüfterkabel (ca. 70 cm)
- Stromkabel (durchgeschliffen)
- vier Befestigungsschrauben
- Installationsanweisung (Japanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch)
- sechs Befestigungssticker für die Sensoren
Die Sticker haben die Maße 18x12mm und somit die optimale Größe für das Befestigen der Sensoren, beispielsweise an Festplatten. Die Sensoren- und Lüfterkabel sollten mit 70cm eine auch für größere Gehäuse ausreichende Länge haben.
Scythe liefert dem Kaze Master also alles notwendige mit.
Optik & Verarbeitung
Mit der schwarz glänzenden Kunststoffscheibe, die über die ganze Breite geht, sieht das Kaze Master einfach klasse aus. Auch die Steuerknöpfe passen wunderbar in das Design.
Die Scheibe lädt sich jedoch statisch auf und zieht Staub daher quasi magisch an. Dies ist mit dem Auge zwar nicht offensichtlich erkennbar, auf Fotografien wirkt es dafür aber um so stärker.
Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut, wir finden keine Kratzer, Lackschäden, oder sonstiges in der Hinsicht. Leider ist uns jedoch ein Fehler mit Seltenheitswert begegnet:
Die selbstklebende Scheibe wird offensichtlich von Hand aufgeklebt. Dabei wurde bei unserem Exemplar anscheinend ein Stück der Sicherheitsfolie vergessen. Dies ist jedoch nicht schlimm, sondern durch das Entfernen der Folie leicht behebbar, da die Scheibe ja auch an diesen Stellen selbstklebend ist.
Leider sind bei uns zudem noch zwei Steuerknöpfe schief geraten:
Alles in allem kann man sagen, dass die Verarbeitung in Ordnung ist, da die Schieflage der Knöpfe nicht besonders stark ist und wir sonst keine Fehler fanden, die der Anwender nicht selbst beheben könnte.
Elektronik
Wie schon bei den Spezifikationen genannt, verfügt Scythes Kaze Master über ein Vakuum-Fluoreszenz-Display. Dessen Vorteile sind beispielsweise das Auskommen ohne Hintergrundbeleuchtung, der breite Blickwinkel (hier ca. 140°), die hohe Zuverlässigkeit und die lange Lebensdauer. Ein Nachteil ist jedoch der größere Energieverbrauch gegenüber den LCDs.
Auf der Platine befinden sich neben den benötigten Bauteilen noch zwei Jumper – einer ist für das Umschalten zwischen °C und °F, der andere für die Abschaltung des Alarmtons. Grundsätzlich gibt es am Layout nichts auszusetzen, jedoch hätte Scythe die Anschlüsse der Lüfterkabel nicht gerade nach ganz außen legen sollen, da es zwischen Rahmen und den Kondensatoren doch recht eng wird. Wenn die Kabel dann jedoch eingesteckt sind, sitzen sie relativ fest.
Wie man erkennen kann, sind die Bauteile direkt neben den Lüfteranschlüssen ebenso vierfach vorhanden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass sie jeweils einem Kanal angehören und diese daher eine hohe Leistung und Stabilität besitzen.
Laut Scythe kann ein Kanal mit maximal einem Ampere belegt werden. Wir haben daher vier Lüfter, die zusammen ca. 0,96A benötigen, angeschlossen, und die Spannung bei höchster Drehzahl gemessen. Das Multimeter zeigte dabei 11,25V an. Bei nur 0,3A Belastung beträgt die Spannung 11,5V; die Mindestspannung, die direkt nach dem “Off”-Status (dazu weiter unten mehr) anliegt, misst 3,4V.
Das angegebene Regelspektrum von 3,7~12V müssen wir also auf 3,4~11,5V korrigieren. Natürlich liegt dies innerhalb der angegeben Toleranz von 10% und macht in der Regel keinen spürbaren Unterschied. Der Messbereich sollte für die meisten ausreichend sein.
Bedienung
Die Bedienung ist wirklich kinderleicht. Die Knöpfe lassen sich ohne viel Kraftaufwand drehen. Wenn man einen Lüfter ausschalten möchte, so ist es nicht notwendig, das Gehäuse zu öffnen und den Stecker zu ziehen, wobei das bei den meisten Anwendern wohl sowieso den Alarm zur Folge hätte. Beim Kaze Master wurde die Funktion eingebaut, dass der Kanal vom Strom getrennt wird – die "Off"-Position, ganz links. Dies bringt deutlich mehr Flexibilität in den "Lüfter-Haushalt".
Die Lüftergeschwindigkeit wird zudem in 30rpm-Schritten angezeigt!
Fazit:
Mit dem Kaze Master bringt Scythe eine bemerkenswerte Lüftersteuerung auf den Markt. Das innovative VF-Display, das durch seine Vorteile wie dem hohen Blickwinkel und der Tatsache, dass keine Hintergrundbeleuchtung benötigt wird, glänzt, unterstreicht zusammen mit der schönen Optik Scythes Anspruch, auch weiterhin für hochqualitative Produkte bekannt zu sein. Die Verarbeitung ist verbesserungswürdig und nicht auf dem von Scythe gewohnten Niveau. Alles in allem kann das Kaze Master wirklich empfohlen werden, nicht zuletzt aufgrund des guten Preises von ca. 35€.
21.02.2008




