Will Wright, der Schöpfer von Himmel und Erden - bzw der Schöpfer von den „Sims“, möchte die Bastelgemeinde erneut vor dem Bildschirm kleben. Mit „SPORE“ haben wir einen Titel vor uns liegen, der mehr ist, als ein einfacher Monster-Baukasten. Was genau sich hinter SPORE verbirgt und warum man einen komischen Nachgeschmack von diesem Titel bekommt, lest ihr im Test.
Lebe Monster, leeeheeebe!
In unendlicher Weite, weit weg von unserem Sonnensystem rast ein Meteorit auf einen unbekannten Planeten zu. Je Näher der Meteorit eintrifft, desto mehr zerfällt er in seine Einzelteile, bis letztendlich aus einem winziges Stückchen, weit unter dem Meeresspiegel, eine Zelle entspringt. Hier startet Spore! Wie man sich schon denken kann, steuert man hier nicht die Meteorit-Reste sondern diese kleine Zelle und geht unter Wasser auf die Jagt. Je nach dem wie man sich zu Beginn des Titels entschieden hat, ob man Fleisch- oder Pflanzenfresser ist, sammelt man sich so sein Futter. Je mehr Futter man intus hat, desto größer wird die Zelle, bis plötzlich irgendwann mal ein richtiges Wesen daraus wird.
Nun geht alles recht schnell. Wir sammeln Flossen und stärkere Klauen und basteln uns im Editor ein richtig putziges Wesen daraus. Auf der unteren Seite des Bildschirms ist der Fortschrittsbalken zu erkennen, dieser uns anzeigt, welchen Level wir erreichen müssen um die nächste Evolutionsstufe zu erreichen. Haben wir also unter Wasser reichlich gefuttert und gesammelt, dürfen wir aufs Land, wo wir dann in einem Rollenspielähnlichem Genre uns wiederfinden. Hier geht es darum Freunde zu finden oder Feinde zu bekämpfen. Um Freunde zu gewinnen, müsst ihr Sie mit Tanz- und Gesang einlagen fesseln. Dies kommt darauf an, was euer Gegenüber von euch verlangt, zur Not müsst ihr euch zuerst aufrüsten, um besser zu „posen“ oder tanzen zu können. Im Kampf hingegen braucht ihr starke Krallen oder einen starken Mund, um ordentliche Spuren zu hinterlassen. Während Pflanzenfresser an jeder Ecke etwas Obst finden, müssen so Fleischfresser vorgehen, um an ihre Nahrung zu gelangen.
Weiter gründet ihr Clans die euch helfen und findet dafür natürlich wieder weitere Extras für eure Kreatur, die ihr wieder im Editor einsetzen könnt. Das alles kostet euch Punkte wodurch ihr zuerst einige Aufgaben erledigen müsst um eure Kreatur stärker zu machen, wobei manche Aufgaben auch zuerst mit einer stärkeren Kreatur erledigt werden können – ein Teufelskreis! Von hier aus wandert ihr immer weiter zur nächsten Evolutionsstufen, die euch in ein anderes Genre packen und neue Aufgaben liefern. Vom Bau des eigenen Dorfes a la „Sim City“ (lite) bis zu Schlachten im „Command and Conquer“-Manier gibt es noch einiges zu tun.
Wer Spore einmal komplett durchgespielt hat, muss beim zweiten Durchspielen nicht erneut von der ersten Evolutionsphase beginnen, sondern kann direkt in einer beliebigen Phase einsteigen, um dort sein Unwesen zu treiben.
Sind wir nicht alle Monster?
Der Grund warum die meisten sich für Spore interessieren, ist der enthaltene Baukasten, welchen es auch Extra mit „Spore Labor“ für rund 10€ zu kaufen gibt. Im Baukasten bestimmen wir anhand der Wirbelsäule die Kreaturen-Form und können zusätzliche Arme und Beine an Stellen platzieren, wo wir wollen. Weiter gibt es dann auch noch kleine Extras wie Flügel, womit man für kurze Zeit „flattern“ oder schweben kann. Später bauen wir dann keine Kreaturen mehr sondern Häuser und Autos und auch dafür gibt es reichlich Material. Insgesamt kann man sagen, dass Editor platz schafft für kreative Spielereien und Ideen, die zu umsetzen sind. Leider aber ist der Baukasten sehr beschränkt und man kann nicht „alle“ erdenkliche Kreaturen und Formen umsetzen, wodurch wir hier von der Freiheit etwas eingeschränkt sind. Der Baukasten kann auch außerhalb des Titels benutzt werden, worin dann auch bereits alle Items enthalten sind.
Du bist nicht allein!
Ein wichtiges Element bei Spore ist die Community, durch diese der Titel richtig wachsen soll. Ihr könnt also Kreaturen eines Freundes oder Fremden herunterladen oder ihr macht selbst ein oder mehrere Bilder oder Videos eurer Kreatur und verschickt diese weiter. Im Spiel selbst findet man auch schon Kreaturen aus der Community, mit diese man sich anfreunden oder bekämpfen muss. Das alles ist sehr fein überlegt und sorgt für ein innovatives Gameplay.
Wichtig ist natürlich die bestehende Internetverbindung, die bei Spore „zwingend“ benötigt wird, um das Spiel zu aktivieren und natürlich um die Kreaturen der Community sehen zu dürfen. Ihr könnt Spore insgesamt drei Mal aktivieren, danach muss der kostenpflichtige Support kontaktiert werden.
Fazit:
Spore ist ein richtig spaßiges Spiel, wird aber nach wenigen Tagen Spielzeit langweilig. Die einzelnen Evolutionsphasen sind einfach sehr anspruchslos und man hat von all dem nix ganzes. Der Baukasten ist prima umgesetzt, doch fehlt hier einfach die nötige Freiheit, die dem Spieler versprochen wurde. Ein Editor für die einzelnen Elemente würde da für Abhilfe schaffen, vielleicht wird dies noch nachgereicht. Der letzte Punkt ist die magere Technik, wodurch Spore recht „billig“ wirkt, aber dafür sehr flüssig läuft. Alles in allem steckt in Spore viel Potential was einfach nicht richtig genutzt wurde, sehr schade! Bastlerfreunde können Spore dennoch eine Chance geben, es ist zumindest für die Core-Gamer ein gelungenes Spiel und ein schöner Einstig in die verschiedenen Genre-Welten.
30.09.2008




