Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf Review
Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf Review
Von: Carsten Sandtner am 01.12.2008Nintendo hat mit Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging 2005 erstmals ein Spiel auf den Markt gebracht, dass mit Denksport die Fähigkeiten der Spieler fördern soll. Es gibt keine Story dafür eine Atmosphäre wie bei einem Psychiater auf der Couch.
Level 5 hingegen wagt es eine umfangreiche Rätsel- und Knobelsammlung mit einer Story und schöner Zeichentrick-Grafik zu verbinden. Ob dies gelungen ist, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.
Wir befinden uns auf der Fahrt zu einem Örtchen namens St. Mystere. Professor Layton und sein Gehilfe, der junge Lehrling Luke wurde von der reichen Witwe des Barons um Hilfe gebeten. Der Baron ist gestorben und hat den Hinterbliebenen statt Geld und Reichtum ein verzwicktes Rätsel hinterlassen. Wer den goldenen Apfel findet, erbt seine Hinterlassenschaft. Professor Layton ist seineszeichens ein Meister im Lösen von Rätseln. Das ist der Grund, warum die Witwe gerade ihn um seine Mithilfe gebeten hat.
Während der Fahrt erfahren wir die Einzelheiten. Wunderschön animierte Zeichentrick-Grafik und eine, leider nur englische, Sprachausgabe, untermalt von entspannter Musik. So bekommen wir die Story näher gebracht. Natürlich werden alle gesprochenen Texte in deutsch unterhalb des Films angezeigt. Ich sitze vor dem DS und schaue gespannt den Film und tauche in die Story ein. Kurz vor St. Mystere stoßen wir auf das erste Rätsel. Wo liegt der Ort? Auf einer Karte sind mehrere Ortschaften verzeichnet, zu denen Wege führen. Nur ein Ort liegt an einer Straße, die zu keinem anderen Ort führt. Ich kreise meine Lösung ein, bestätige - ...richtig! Das erste Rätsel ist gelöst.
Im Städtchen angekommen beginnt das eigentliche Spiel. Die Steuerung erfolgt über den Touchscreen. Das Prinzip ist es einem Point-and-Click-Adventure ähnlich. Wir klicken auf interessante Gegenstände, Türen oder Personen. Gerade die Personen stellen einen sehr wichtigen Teil dar. Denn so ziemlich jeder, den man trifft, stellt einem ein Rätsel. Manche Rätsel müssen gelöst werden, damit der Zugang, die Überfahrt oder ähnliches gewährleistet werden. Die Eingabe der Lösungen erfolgt ebenfalls mit dem Touchscreen. Mal muss ein richtiges Teil angetippt, Gegenstände mittels drag'n'drop verschoben oder auch Lösungen per Schrifterkennung eingegeben werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Umsetzung erfolgt jederzeit wie der Spieler sie erwartet.
Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel wird in Picarats gemessen. Je höher der Wert, um so anspruchsvoller die Problemstellung. Fällt die Lösung nicht sofort ein, können mit Hilfe von Münzen Hinweise hinzu gekauft werden. Diese Münzen findet man, wenn auf Fässer, Beutel und ähnlichem geklickt wird. Ist die Lösung des Rätsels falsch, stehen immer wieder neue Versuche zur Verfügung. Doch nimmt die Belohnung (Picarats) stetig ab. Ab einem gewissen Wert bleibt die Belohnung jedoch gleich. Auch ohne die maximal erreichbare Anzahl von Picarats kann das Spiel erfolgreich durchgespielt werden.
Die Arten der Rätsel sind sehr unterschiedlich. Vom Schiebepuzzle, über Kombinationsaufgaben, bis hin zu Rechenaufgaben erstreckt sich das abwechslungsreiche Spektrum. Erwähnenswert sind die klassischen Rätsel wie z.B. die Aufgabe 3 Wölfe und 3 Küken auf die andere Seite des Ufers zu führen, ohne, dass die Wölfe jemals in der Überzahl sind. Oder das Rätsel das leichtere von 8 scheinbar gleich schweren Gewichten nur mit zweimal wiegen zu bestimmen. Mit Fortschreiten des Spiels werden die gestellten Rätsel immer anspruchsvoller.
Trotz des geballtem Rätselspaß kommt die Story nicht zu kurz. Man erfährt neues über den goldenen Apfel, und die Geheimnisse dazu. Hinzu kommen zwei weitere Puzzles, die zusammengesetzt werden müssen. Zum einen ist das eine Art Roboterhund, für den Teile gefunden werden. Zum anderen ist es ein klassisches Puzzle eines Gemäldes. Beide geben Geheimnisse Preis, die jeder für sich entdecken sollte. Eine weitere Aufgabe in dem Spiel besteht darin, dass man das Zimmer von Prof. Layton und Luke mit Einrichtungsgegenständen einrichtet. Ziel des Ganzen ist es, dass die beiden zufrieden sind und sich wohl fühlen.
Die Kombination von Adventure und Knobelspaß wird mit einem beruhigenden und schön klingendem Soundtrack unterstützt. Die Zeichentrick-Zwischensequenzen sind immer wieder eine Augenweite und zum Teil zusätzlich mit Sprachausgaben gekrönt.
Als zusätzliches Sahnehäupchen bietet Nintendo regelmäßig neue Rätsel zum Download via Wifi an. Und zwar kostenlos! Somit gehen einem die Rätsel so schnell nicht aus.
Kritikpunkte findet man nur wenige. Doch die Tatsache, dass die Rätsel zumeist nicht viel mit der jeweiligen Situation in der Story zu tun haben, muss erwähnt werden. Nur einige wenige Rätsel stehen im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation. Aber es muss immer bedacht werden, dass der Hauptaugenmerk dieses Spiels der Knobelspaß ist. Wer ein reines Adventure spielen möchte, wird mit Prof. Layton evtl. enttäuscht.
Fazit:
Bei diesem Spiel hat Level 5 ganze Arbeit geleistet. Weg vom sterilen Gehirnjogging mit pseudowissenschaftlichen Analysen, hin zu einem dichten Adventure mit tollen Rätselaufgaben. Die Aufgaben sind anspruchsvoll aber nie zu schwer. Auch wenn die Story nur ein Rahmenwerk um die Rätsel darstellt, ist sie kompakt und fesselnd. Mit diesem Spiel kann man viele Stunden in der kalten Jahreszeit verbringen. Wer gerne knobelt, dem empfehle ich das Spiel uneingeschränkt. Auch Adventureliebhaber werden nicht enttäuscht. Und die regelmäßigen Rätselupdates krönen das Spiel.
01.12.2008




